Trauergruppe

Such dir Menschen, die dir helfen das alles auf deine Art zu machen, die dich akzeptieren.
Jeweils am letzten Montag im Monat um 19 Uhr findet im Seniorenraum der Silvanusgemeinde der Trauertreff statt.

Es ist keine Anmeldung nötig. Ein Vorgespräch ist möglich, aber nicht Bedingung. Gern biete ich an, vorab ein Einzelgespräch zu führen. In der Gruppe ist jede/r willkommen; keiner muss mit seiner Trauer alleinsein.

Wer mehr über den Trauertreff erfahren möchte, kann über das Gemeindebüro der Silvanuskirche Kontakt mit Frau Ingrid Iwohn aufnehmen.


Auf dem Weg zurück ins Leben

Seit 2010 leitet Ingrid Iwohn den offenen Trauertreff der Silvanusgemeinde.

Im Interview mit ihr möchten wir ihre Arbeit vorstellen. Evelyn Barz sprach mit Frau Iwohn.

Was kann man sich unter einem Trauertreff vorstellen?
Alle Teilnehmer trauern um einen Menschen, der ihnen viel bedeutet hat und dessen Tod eine große Lücke in ihrem Leben hinterlässt. Im offenen Trauertreff können in geschütztem Raum alle Sorgen, Probleme und Ängste besprochen werden; dabei ist es egal, ob die Trauer neu ist oder vielleicht schon länger andauert.

Wie entstand die Idee, einen solchen Trauertreff zu gründen?
Nachdem ich 2006 selbst das Trauerseminar von Pastor Christian Voigtmann und Anke Grimm bei dem Bestattungsinstitut Henschel besucht hatte, stellte ich die Frage, ob es die Möglichkeit eines abendlichen Trauertreffs in der Gemeinde geben könnte, der auch Berufstätigen die Teilnahme ermöglicht. Im Herbst 2007 fand sich die erste Gruppe unter der Leitung von Herrn Voigtmann und Frau Grimm. Von 2009 bis 2010 habe ich das Trauerbegleiterseminar der Evangelischen Erwachsenenbildung besucht und die Leitung des Trauertreffs übernommen.

Wie kann man sich einen Trauerprozessin der Gruppe vorstellen?
Jeder Mensch trauert anders und es gibt unterschiedliche Trauerphasen. Gefühle wie Enttäuschung, Verzweiflung, Wut, Traurigkeit, Erleichterung, Schuldgefühle und viele mehr können über lange Zeit wechselnd den Alltag beeinträchtigen. Der Verstand sagt womöglich "Der geliebte Mensch ist nun erlöst von den Qualen einer langen Krankheit“ oder „es ist ihm vieles erspart geblieben"; jedoch im Herzen und im Tagesablauf bleibt eine große Leere zurück. Im Trauertreff hat jeder die Möglichkeit, offen über seine Gefühle zu reden und erfährt Verständnis oder auch Anregungen, was seine Situation erträglicher machen kann. Familienangehörige oder Freunde haben manchmal nach einiger Zeit kein Verständnis mehr für Trauernde. Den Weg aus der Trauer zurück ins Leben geht jeder auf seine eigene Art. Der Mensch, um den getrauert wird, würde nicht wollen, dass wir nur noch traurig sind. Wieder Freude am Leben und Zuversicht zu bekommen ist das Ziel der Gruppe.

Ist es nicht schwer, neu in die Gruppe einzusteigen?
Unsere erste Gruppe von 2007 hat sich Anfang diese Jahres aufgelöst. Die Teilnehmenden waren nun in der Lage und bereit, anderen Menschen ihren Platz zu überlassen, die diese Hilfe genau so nötig haben wie sie sie am Anfang nötig hatten. Die „alte“ Gruppe trifft sich privat weiterhin. Einige Frauen sind dem Frauenkreis der Gemeinde beigetreten und fühlen sich dort gut aufgenommen. Auch das Café Kronsberg wird gerne besucht. Seit Februar 2012 trifft sich eine neue Gruppe, sie besteht zur Zeit aus vier Frauen und einem Mann.

Wann und wo trifft sich die Gruppe?
Jeweils am letzten Montag im Monat um 19 Uhr findet im Seniorenraum der Silvanusgemeinde der Trauertreff statt.

Ist eine vorherige Anmeldung für neue Teilnehmer notwendig oder empfehlenswert?
Es ist keine Anmeldung nötig. Ein Vorgespräch ist möglich, aber nicht Bedingung. Gern biete ich an, vorab ein Einzelgespräch zu führen. In der Gruppe ist jede/r willkommen; keiner muss mit seiner Trauer alleinsein.

Frau Iwohn, haben Sie vielen Dank für das Gespräch und Ihr Engagement bei diesem sensiblen Thema. Wir wünschen Ihnen alles Gute und Gottes Segen für Ihre weitere Arbeit!

Wer mehr über den Trauertreff erfahren möchte, kann über das Gemeindebüro Kontakt mit Frau Iwohn aufnehmen. Und hier noch zwei Buchempfehlungen: „Wie soll ich leben ohne dich? Worte des Trostes“ von Jörg Zink, Verena Kast, Jorgos Canacakis u. a., Kreuz-Verlag "Es wird wieder schön, aber anders. Ein Buch für verwitwete Frauen“ von Angelika Daiker, Schwabenverlag

Evelyn Barz